13.1.2010
Wenn ich Angst vor etwas habe, dann lasse ich die Angst schmelzen.
Ich erlaube mir, da zu bleiben, zu fühlen und mich halten zu lassen von meiner Seele.
Für den Verstand ist es das Verrückteste, was du in so einem Moment tun kannst! Ich laufe nicht weg, ich versuche nicht, dem Unangenehmen auszuweichen, es möglichst nicht wahrzunehmen. Ich bin da. Ich lasse mich in mich hineinsinken und erfahre die Wirksamkeit Meiner Anwesenheit.
Und jedes Mal, in jedem Moment, wo ich so mit Angst umgehe, geschieht etwas Wunderbares: Eine Veränderung findet statt. Die Angst verschwindet, ohne dass ich sie wegscheuchen oder wegschauen muss. Es ist wie das Auspacken eines Geschenkes, das in Angst gekleidet war. Hülle für Hülle fällt ab, und darin enthalten ist etwas Wunderbares für mich. Manchmal relativ unspektakulär, manchmal kommt es mit viel Inspiration und Kreativität, manchmal ist es einfach dieses unbeschreibliche Gefühl, diese besondere Freude, wie wenn ein Kind sich in die Arme einer weltbesten Mama kuschelt. Nichts auf der Welt und sonstwo kann mir das ersetzen. Und auch niemand anderes ist verantwortlich dafür, dass ich meine Angst nachhause kommen lasse.
Es ist mein Atem, der sie nachhause trägt. Es ist mein Entschluss für mich. Ich bin es, die die Tür öffnet und fließen lässt, dass ich Geborgenheit spüren kann, dass ich ankommen kann. Ich darf annehmen, ich erlaube es mir. Ich komme nachhause.
Angst ist nichts weiter als ein Teil von mir, der noch nicht (wieder) zuhause angekommen ist; ein Teil von mir, der noch nicht die Liebe angenommen hat und (wieder) erfährt, die Ich bin.
Und seit ich mich erinnere an Mich und Mir erlaube, die Anspannung sinken zu lassen, kommt meine Angst nachhause. Immer wieder ein bisschen mehr, ich muss es nicht tun. Ich erlaube es mir. Es ist ein Geschenk von mir an mich. – Wer lebt schon gerne mit all dem, was jahre-, ach, ewig lang, unter den Teppich gekehrt worden war? Mein Teppich ist davon so huppelig geworden, das war/ist wirklich kein Spaß mehr. Da müsste ich mir ja extra dicke Schuhe anziehen, um die Huppel und Spitzen nicht zu bemerken. (Und wie ich schon zuvor geschrieben habe, war ich immer jemand, der, anstelle sich zu verkleiden, lieber nicht mehr verkleidet sein wollte.)
Also lasse ich meinen Atem fließen, immer ein bisschen mehr, gerade so viel, dass ich mich nicht überrenne, ganz genau
stimmig. Das kann ich nicht planen oder mit dem Verstand dosieren (Ich habe es ausprobiert
. Das geht überhaupt nicht!!
You end up everywhere, but not where you are! - frei übersetzt: Da gelangst du überall hin, aber nicht zu dem, was dir gut tut!), aber ich kann es mir
erlauben und mit der Zeit ein Gefühl dafür entwickeln, wie das für mich funktioniert. Wenn ich mir meinen Atem erlaube, ist die perfekte Dosierung inklusive. Ich kann beginnen wahrzunehmen,
wie Erlauben sich anfühlt, ich kann es kennenlernen (so wie ich auch kennengelernt habe, wie es ist, sich ein Brot zu schmieren). – Es ist eine Fähigkeit von mir, die ich wieder annehmen darf.
Ich kann es nicht tun (es erreichen, indem ich mich dafür anstrenge), aber ich kann Anspannung schmelzen lassen.
Und wenn da Anspannung ist, die noch gar nicht schmelzen will? Dann darf sie mir einfach beim Schmelzen zuschauen.