21.12.2009
When I let go of the tension I fall into my body.
(Mein Leben ist oft englisch-deutsch, und Übersetzungen ins Deutsche passen häufig besser nach Gefühl. In diesem Fall ist meine deutschsprachige Variante für das Gefühl, was mit dem englischsprachigen Erlebnis kam:
Wenn ich die Anspannung schmelzen lasse, sinke ich in meinen Körper.)
Vielleicht habe ich das noch nie so deutlich gefühlt,... und dass sich das dabei auch noch so gut angefühlt hat. Ich habe erst gezögert, dass so aufzuschreiben, aber ich bin damit sehr, sehr glücklich: When I let go of the tension I fall into my body.
Ich hatte immer (immer wieder) solche Angst, dass wenn ich die Anspannung loslasse, ich aus meinem Körper raus zu meiner Seele hin gehen würde; wie an einem Gummiseil, dass einen zurückzieht, wenn man sich nicht mehr festhält oder anstrengt hier zu bleiben (Leben war immer anstrengend). Und wenn ich die Anspannung jetzt „auf einmal“ losließe, hätte ich nichts mehr, was mich hier halten würde. – Nun dreht sich das Bild um, ganz von selbst.
Meine Art ist, mir zu erlauben, hier zu sein. Mir, damit meine ich: Ich, mit all dem Wunderbaren von mir, was ich so lange zurückgehalten hatte und dachte, dass das hier auf der Erde nicht ginge. Ich hatte auch (immer wieder) Angst, dass, wenn ich das einbrächte, es geklaut würde oder kaputt ginge. Ich hatte auch oft Angst, mir würde es so gehen, wenn ich mich wirklich auf das irdische Leben einließe. ... Uffz!
Das ist ein schönes Gefühl: Wenn ich die Anspannung loslasse, falle ich in meinen Körper. ... (fallen-sinken-ankommen) ... Es geht mit der Wahrnehmung einher, dass meine Anwesenheit mein Leben verändert: Wenn Ich da bin, wird alles gut.
Nachwort:
Wenn ich da bin, wird alles gut, ist alles gut. – Das kann innerhalb von Sekunden, innerhalb eines Atemzuges eine ganze Situation verändern. Und es geschieht auch, wenn ich mein Leben insgesamt betrachte, immer mehr.
Dass meine Anwesenheit mein Leben verändert. – Ein sehr prägnantes Erlebnis dazu hatte ich im Sommer 2008, als ich (vielleicht) das erste Mal so deutlich wahrgenommen habe: Wenn Ich anwesend bin, wenn Ich hereinkomme – zur Erklärung könnte ich es auch nennen: wenn ich mich von meiner Seele halten lasse, wenn ich meine Seele mehr in mein Leben hineinlasse – dann ist alles okay. Dann erlebe ich die Wirksamkeit meiner Selbst in meinem Leben (meiner Göttlichkeit, meiner Meisterschaft, erlebe ich, wer ich wirklich bin ... die Bezeichnung dafür ist nicht so wichtig, wir – jeder Einzelne – sind einfach so viel mehr).
Ich habe das damals das Schöpfer-Moment genannt, diese Erlebnis-Erkenntnis: Ich bin SchöpferIn all meiner Erlebnisse, wenn ich hereinkomme (ich kann das richtig körperlich fühlen, dieses Im-Körper-anwesend-Werden), auf diese Weise arrangiert sich alles (die Situation, in der ich bin, mein Leben) so, dass es Mir entspricht, so, dass es mir gut geht. Alles wird/ist okay.
Seitdem hatte ich oft einzelne Situationen erlebt, in denen ich angespannt war und mich dann erinnert habe (nicht vom Verstand her, das funktioniert nicht so gut, sondern von selbst): Wenn ich anwesend bin, wird/ist alles gut. Und ich habe mich auch erinnert, wie sich das angefühlt hat, habe die Anspannung sinken lassen, das ist, wie wenn man eine Tür öffnet: Ich öffne meine Tür mir selbst. Ich werde (mehr) anwesend in meinem Leben. Und das verändert die Situation; Angst, Anspannung beginnt sich aufzulösen, du kannst dich geborgen fühlen nachts auf offener Landstraße, und du bist es auch. Ein unangenehmes Erlebnis wird zu einem angenehmen. Nicht dass dann die Spinne an der Wand auf einmal Jubelstürme bei mir auslöste, aber dass ich mich damit nicht so unwohl fühle und sie einfach raussetzen kann, ohne Krampf, das ist toll! Ich kann mir Gemütlicheres vorstellen als abends in Regen und Dunkelheit mit dem Rad nachhause zu fahren. Die Veränderung, dass ich mich damit okay fühle (Ich muss nicht mal darüber nachdenken.), dass ich die Anspannung sich sinken lassen kann und mich geborgen fühle, das ist toll! Das ist ein sehr schönes Erlebnis!
Manchmal ist da, aus Gewohnheit, die Tendenz, etwas tun zu müssen. Man fängt dann an, dieses Hereinkommen (Ich komme in mein Leben herein) zu machen bzw. benutzt viel zu viel Anstrengung (damit es auch funktioniert). Das funktioniert aber nicht so gut (Anspannung lässt Mauern wachsen), einfach Anspannung sich lösen lassen, wahrnehmen, fühlen, dass es so ist: Wenn ich hereinkomme – Anspannung schmelzend öffne ich mir die Tür – ist alles okay.
Wow!
Das tut gut!
* * * *
Manchmal meldet sich, wenn man so was hört (oder liest) der Verstand und sagt: Ja toll, aber wer sagt dir, dass das auch wirklich so ist? Du kannst es vielleicht fühlen, aber...
Das Ding ist, der Verstand kann es nicht fühlen, und es gibt keinen objektiven Beweis, der ihn jetzt sofort überzeugt, keinen Garantieschein, kein Abschlusszertifikat.
Bis ich es nicht selbst erlebt habe, scheint es vielleicht nur wie eine nette Geschichte. Oder ich zweifle einfach, ob das möglich ist.
Zweifel kann tückisch sein. Ich gerate dann in Zweifel, wenn ich mich nicht wirklich fühle, sondern im Verstand sitze, die Gedanken drehen sich im
Kreis, und ich sehe nur einen ganz kleinen Teil von mir.
Das Gute ist, auch der Zweifel muss nicht ewig zweifeln, und je mehr ich mich ankommen lasse bei mir – einfach weil mir das gut tut –, kommt auch der Zweifel nachhause.
Wenn Ich da bin – oder auch wenn ich mich von meiner Seele halten lasse (was letztendlich dasselbe ist) –, ist alles okay.