... immer mehr Ich ~ * ~
"Das Ende der Welt, wie wir sie kannten", schon der Buchtitel hat mir sehr gefallen.
Im Internet fand ich dann ein Interview mir den beiden Autoren.
Humorvoll, gar nicht oberflächlich (auch wenn es vielleicht zunächst so scheinen mag) und auf inspirierende Weise von innen heraus engagiert, sprechen Harald Welzer und Claus
Leggewie über ihr Buch und ihre Lust, die Welt zu verbessern.
Sie wählen einen Blickwinkel, der einlädt mit anderen als den angsterfüllten Augen zu sehen.
Interview-Ausschnitt:
"Was treibt Sie beide persönlich, sich um das Thema "Das Ende der Welt" zu kümmern?
Leggewie: Am meisten unsere Kinder, denen das Buch gewidmet ist. Dann das Vergnügen, an einer möglichen Zeitenwende mitzuwirken. Menschenliebe. Und nicht zuletzt Lust an neuen
wissenschaftlichen Themen.
Welzer: Wir haben in den letzten Jahren regelmäßig Hohn und Spott von den superschlauen Kolleginnen und Kollegen eingefahren, wenn wir gesagt haben, dass wir die Welt verbessern
wollen. Wollen wir aber, und ich kann bis heute nicht sehen, was daran schlechter sein soll, als den siebenhundertsten Aufsatz über Freuds esoterische Theorie zu schreiben oder Luhmann'sche
Glasperlenspiele zu spielen. Wir finden selber denken gut."
Aus dem Interview geht der Bezug hervor zwischen der so genannten Weltwirtschaftskrise (außen) und dem Leben jedes Einzelnen (innen), der mit seinem
eigenen Handeln, seinen Überzeugungen und seinem Gefühl für sein Leben wesentlich dazu beiträgt, wie wir mit uns selbst (innen) und somit mit der Welt (außen) umgehen. - Ängstlich und
in Wiederholung gefangen oder innovativ und offen für neue Ideen? Als eigenständige/r IdeeneinbringerIn?
Was mir noch dazu einfällt:
Wie innen, so außen - wie außen, so innen. Meine Erfahrungen mit dem außen Erlebten, zeigen mir, wie ich innerlich mit mir umgehe.
Es kann sein, wie wenn ich in einen Spiegel schaue. Entscheidend dabei ist:
Das Spiegelbild ändert sich, wenn ich mich bewege und nicht, wenn ich auf den Spiegel starre und warte bis etwas geschieht.
Sehe ich im Spiegel Angst und erstarre ebenfalls (Angstreaktion), bekomme ich ... Angst. Wenn ich das nicht (mehr) will, kann ich etwas ändern.
Es kommt also darauf an, nicht bloß auf das zu reagieren, was ich im Spiegel sehe, indem ich passiv wiederhole (Sehe ich Angst und fürchte mich, haben wir
nichts Neues, sondern nur mehr Angst.), sondern eigeninitiativ zu sein. Ich darf vom altbekannten Weg abweichen. Ich darf etwas Neues beginnen - groß oder klein, das ist total egal. ...so,
wie es jetzt stimmig ist für mich; das ist wichtig, denn das tut mir gut.
Ich darf so mutig sein, mich für das zu entscheiden, was ich wirklich will, was mir echte Freude bereitet.
Selbst wenn ich als Mensch noch nicht weiß, wie das gehen kann, meine Seele kennt es.
Und wie kann ich das zusammenbringen? Indem ich meinen Atem weich fließen lasse... immer ein kleines bisschen weicher als zuvor. Indem ich liebevoll mit mir umgehe. Denn diese Qualität ist es,
die ich in meinem Leben wähle.
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