... immer mehr Ich ~ * ~
Absichtlich mit meiner Seele gemeinsam. - Bisher habe ich das immer nur genutzt, mir zugute kommen lassen, wenn ich mich retten musste (so kommt es mir gerade vor). Nicht wirklich einfach nur so. ... Doch, auch, aber nicht grundsätzlich. Ich bin immer wieder rausgefallen,..... als dürfte ich es nicht; nicht wirklich. Dabei „weiß“ ich ganz genau, dass ich das darf. Da ist dieses Ja in meiner Mitte, ohne Frage. Da sind gar nicht so viele Worte. Da ist etwas, was mich noch nie verurteilt hat. Und obwohl ich schon lange davon weiß und dem sogar Worte verleihen kann, von denen ich fühle, dass sie wahr sind, für mich, einfach stimmig – also, ich denke mir das in dem Moment nicht aus – habe ich in den letzten Tagen bemerkt, vielleicht wie noch nie, dass ich das Meiste, was ich wahrgenommen habe ("von weit draußen" oder da war einfach eine Resonanz in meinem Inneren, die das bejahte), dass ich das Meiste davon sofort an meinen Verstand weitergeleitet habe. Und mein fühlendes Ich habe ich dabei ausgespart. ... Wohl nicht immer, aber ich habe das einfach noch nie so deutlich bemerkt.
Bildlich sah das aus wie eine Linie von dem, was ich wahrnehme direkt zu meinem Verstand, vorbei an meinem fühlenden Ich, dem Anteil von mir, der atmen möchte und teilhaben. Ich möchte das! Wenn ich atme fühle ich (wacht mein Fühl-Ich auf, beginnt es, mehr teilzunehmen und lebendiger in meinem Leben zu sein), wenn ich mir erlaube zu fühlen, wie mein Fühl-Ich es kann, atme ich .... ganz von selbst. Das ist wunderschön!
Obwohl ich diesen „inneren Kompass“, wie ich es nannte – den ich wieder entdeckte als ich vor zehn Jahren „Gespräche mit
Gott“ (N.D.Walsch) las, oder passender, der mir in dieser Zeit begann bewusst zu werden –, obwohl ich den schon aus meiner Kindheit kenne – das ist ulkig, ich erinnere ihn aus meiner
Kindheit, obwohl er mir damals nicht bewusst war –, habe ich seit kurzem den Eindruck, das ich nie wirklich gefühlt habe,....... nein, das stimmt nicht ganz: Da ist dieser fühlende Anteil von
mir, zu dem ich nie wirklich Ja gesagt habe. Immer mal zwischendurch, ja, um mich zu retten. Dann „musste“ ich ja. Und dann habe ich einiges hinbekommen, was mit dem Verstand schon gar
nicht mehr geklappt hätte, viel zu wenig Zeit, um überhaupt noch denken zu können.
Mein Umzug vor ein paar Jahren war so ein Fall (danach habe ich dann bewusst begonnen, sanfter zu atmen). Drei Tage bevor die Nachmieterin einziehen würde, wusste ich noch nicht mal, wohin mit
mir und meinen Sachen. Ich hatte gerade die panikvollsten Wochen hinter mir, die ich wohl seit Geburt erlebt hatte (Angst ohne Atem ist wirklich nicht witzig!), und dann war der Druck so groß,
mir blieb nichts anderes als dieser innere Kompass, .... und dann hatte ich alle Unterstützung, die ich brauchte. Besser als ich es mir in diesem Moment hätte ausdenken können. Wie
maßgeschneidert. Es war hart, viel härter als was ich seitdem erlebt habe, aber es hat funktioniert. Ich war nicht allein.
[Anmerkung, 10.11.2011: Es ist das innere sich selbst nicht allein zu lassen, was sich dann im äußeren nicht allein sein spiegelt.]
Seitdem hat sich in meinem Leben so einiges verändert. Ich habe begonnen, meine eigene Arbeit entstehen zu lassen. Und das
ist wirklich toll, denn die kann ich nur „machen“, wenn ich Liebe meiner Seele annehme und mich halten lasse. Ansonsten wäre da keine wirkliche Substanz, auf die ich bauen könnte. Ich weiß zwar
eine ganze Menge, und natürlich könnte ich auch einfach darüber referieren, aber das ist es nicht. Dann fehlt die atmende Mitte, das wodurch es zu dem wird, was ich meine. Das erfüllt mich, und
ich kann das auch an den Reaktionen der Leute sehen, die mit mir in Kontakt kommen. Anfang letzten Monats habe ich einen Vortrag über meine Arbeit gehalten und Schnupper-Einzelsitzungen gegeben
auf einem Tag der offenen Tür eines Seminarhauses in meiner Nähe, zu dem ich eingeladen worden war. Das war ein Tag voll wundervoller Erfahrungen für mich!
Natürlich hatte ich mich vorbereitet, aber nicht wie auf eine Klassenarbeit. Ich hatte mich hingesetzt und mit meinem Vortrag, diesem Tag und mit mir geatmet und mir einfach aufgeschrieben, was
mir wichtig war. Ich hatte sehr wenige Punkte auf meinem Zettel. Und auch die habe ich mir letztendlich nicht mit dem Verstand „merken müssen“, sondern immer wenn ich damit atmete, entstand etwas
mehr, was sich so gut anfühlte. Und damit bin ich dann in den Vortrag gegangen. - „Tue, was dich glücklich macht.“ stand noch vom Vorredner auf dem Flipchart. Das war ja eine wunderschöne
Begrüßung und Einladung für mich!
Im Nachhinein fiel mir auf, dass wirklich alles im meinem Vortrag enthalten gewesen war, was mir wichtig gewesen war und ich manches erzählt und angeleitet hatte, dass ich mir im Detail nicht
bewusst vorgenommen hatte. Es passte genau.
Und im Anschluss hat jemand zu mir gesagt, in meiner Gegenwart sei das mit dem Atmen ganz leicht. Ich habe mich :-) sehr gefreut!
Am Abend war ich etwas geflasht. Und in den nächsten drei Tagen brauchte ich viel Ruhe und Raum für mich. Zunächst hatte
es mir etwas den Atem verschlagen, so viele alte Anteile sind aufgepoppt. Das Beste, was ich tun konnte war, ganz zärtlich mit mir zu sein.
Das Schöne an solchen Erfahrungen, auch im Nachhinein, ist, dass es leichter fällt, Alt und Neu klarer wahrzunehmen und zu bemerken, wie ich mit mir umgehe. Es ist manchmal erstaunlich, zumindest
für den Verstand, dass ich mich nicht zwingen muss, bei dem Schönen zu bleiben, um es nicht zu verlieren. Letztere ist eine ziemlich harte, alte Angewohnheit und gar nicht angenehm. Ich muss gar
nichts festhalten, krampfhaft aufrechterhalten oder versuchen, dahin zurückzugehen. Was mir gut getan hat war, einfach immer wieder noch etwas weicher, noch etwas langsamer, noch sanfter mit mir
zu sein. Nichts dagegen unternehmen, nur weich werden.
Kann auf diese Art mein Leben funktionieren? Ist das nicht erstaunlich? Ja, für meinen Verstand ist das erstaunlich! Mehr als das, es ist unbegreiflich, er ist blind dafür! Er ist sehr anders als meine Seele. Ich könnte sagen, er kennt sie nicht. Aber ich! Und es ist erleichternd, dass er das nicht begreifen muss.