Monday, 18. january 2010 1 18 /01 /Jan. /2010 12:52

 

Manchmal ist es wichtig-hilfreich, dem Ausdruck zu geben, was jetzt gerade ist (auch wenn das nichts Schönes zu sein scheint oder das, was man vielleicht von sich erwartet hatte). Man kann einen sicheren Rahmen/Raum dafür wählen.
Du musst ja nicht zu Nachbarin rennen und ihr eins überbraten. Sowas meine ich nämlich nicht! Das wäre keine Lösung. Das verliehe der Energie zwar Ausdruck, aber auf eine Weise, die neue Verletzungen erschafft und/oder alte wiederholt. Ich treffe lieber eine andere Wahl, so dass das, was gestaut ist, wirklich in einen heilsamen Fluss kommen kann.

Einige Male hat es mir schon geholfen zu malen. Manchmal entstand "nur" ein "unfertiger" Ausdruck, eine Skizze im Tagebuch, machmal ein ganzes Bild.
Oder ich schreibe. - Wenn ich die Idee habe, Worte für etwas Bestimmtes zu finden - vielleicht möchte ich so gerne erfüllende neue Erfahrungen formulieren oder einfach innerlich Klarheit schaffen in der Situation, in der ich mich befinde -, und es geht nicht...
- Da ist so ein Block,... Ich werde wütend, wie eingesperrt, verzweifelt, ... rechts oder links, was ist richtig? ... Einfach atmen... Ich will mich bewegen! ...
Oder ich werde einfach auf die leise Art unglücklich. -
...einfach das auf's Papier bringen, was jetzt ist. Keine bestimmte Form, keine bestimmte Idee, kein Konzept, Dämme brechen lassen, den Kasten öffnen...
Eine Collage, Wortsalat, ein Fließtext... Du wirst es sehen, wenn es fertig ist.
Das Wichtige ist: Es ist okay, was entsteht, es darf sein, wie es ist und herauskommt in diesem Moment.

Für mich war das manchmal wie ein "Plopp!", wo ich aufhöre zu kontrollieren, und dann fließt es.
Ich verliere mich nicht darin, ich bin diejenige, die diesem Ausdruck Raum erlaubt, so wie es sich für mich gut anfühlt. Vielleicht nehme ich zwischendurch auch einiges wahr, was so schnell geht, so komplex oder sonst irgendwie ist, dass es nicht mit auf's Papier kommt. Das ist okay. Es geht hier nicht um Perfektion ("Es muss vollständig sein!"), es geht um ein erleichterndes Erlebnis für mich. ... Der Druck darf nachlasssen, die Sperren öffnen sich ... ganz sicher.
Nach einer (unterschiedlich langen oder kurzen) Weile, ist es dann meist auch wieder leichter zu atmen. ... Oder der eigene, angenehme Atem kommt ganz einfach langsam zurück.

Es tut so gut, wenn es so sein darf, wie es jetzt ist.


****


Folgender Text von mir ist in so einer Situation entstanden. Ich fühlte mich innerlich wie zum Platzen aufgepumt, und anstelle diese Gewalt gegen mich zu wenden, habe ich geschrieben.


 

Ausdruck

vom 31.Januar 2008, etwas nach 2 Uhr früh

 

Schokolade futtern

Block beim Schreiben

Ausdruckswunsch

Verstandeseingriff

solche Freude

Kehlenblock

alles sagen wollen

Mitteilungswunsch

Perfektionsanspruch

Verstandeskontrolle

spontane Impulse wie abgefangen und in verständlichen Worten ertränkt,

erstickt in durchdachten Ideen

mehr... mehr Vertrauen in meinen ersten Ausdruck, spontanen Impuls, erste Wahrnehmung von mir,

mich, eigene Intuition

mehr wahrnehmend, größere Bühne

Geschehenserweiterung

alte Spiele, neue Erweiterung,

Änderung, Veränderung, Umkrempelung

Auseinanderbröseln und neues Zusammenfinden, große Wandlung, ich, nicht ich, eigene Entscheidung

...und mittendrinn im Entdecken und Erfahren dieses Mich-ausdrücken-Wollen trotz Wusts, auch während Wust und Umwandlung,

Energie bewegen, atmend und sichtbar... entstehen lassen

mittendrinn

 


von Karoline
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